Neu auf dem Galgenberg: Wie alles begann

Aktualisiert: 5. Okt 2020

von verwilderten Grundstücken zur ersten Flasche Wein



Willkommen bei den Geschichten unseres Weingutes. Hier möchten wir euch kleine Einblicke von unserem Schaffen und Wirken auf dem Galgenberg und im Keller zeigen.


Als wir 2015 mit dem Weinbau auf dem Galgenberg anfingen, sahen die Flächen, die heute mit unzähligen Rebstöcken und blühenden Zeilen aufwarten, noch ganz anders aus. Die kleinen Parzellen, ehemals Gärten für die Nahversorgung von Menschen aus Bohlingen, waren über die Jahre sich selbst über lassen worden und verwilderten immer mehr. Mit viel Schweiß haben wir tonnenweise Beton und anderen Müll entfernt, unsere Arme und Beine haben wir im Kampf mit den Brombeeren geschunden, aber - es hat sich ausgezahlt. Nachdem der Weinberg, frisch angelegt, noch recht nackt wirkte, hat sich über die letzten 5 Jahre ein Ort gebildet, der immer grüner und magischer wird. Und davon zeugen mittlerweile auch unsere Weine.


Wieso pilzwiderstandsfähige Rebsorten und kein Grauburgunder ?


Von Anfang an war klar, dass wir im Weinberg ökologisch und nachhaltig arbeiten wollen. Viel habe ich während meiner Ausbildung beim Weingut Vollmayer in Hilzingen gelernt und direkt umgesetzt, z.B. das Freihalten des Unterstockbereiches mit einer Rollhacke anstatt mit Glyphosat. Das hohe Maß an Pflanzenschutz jedoch, das im ökologischen Weinbau noch häufiger als im konventionellen Weinbau betrieben wird, weil die Mittel zwar verträglicher für Mensch und Umwelt sind, dafür aber nicht so effektiv, hatte mich schon von Anfang an abgeschreckt. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Flächen mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten zu bepflanzen, sogenannten Piwi´s. Diese sind recht junge, deshalb noch wenig verbreitete Züchtungen, bei denen die Resistenzfähigkeit der amerikanischen Rebe mit der Fähigkeit zur Vinifikation der europäischen Rebe zu kreuzen versucht wird, um den Pflanzenschutz auf ein Minimum zu reduzieren. So müssen wir im Jahr nur 3-4 Mal zum spritzen, während in konventionellen Betrieben 8, in ökologischen Betrieben bis zu 14 Mal gespritzt werden muss. Mit ihnen muss ein neuer Umgang als mit den altgedienten Sorten wie den Burgunderreben, dem Riesling etc. möglich ist, gelernt werden. Aber dass man aus diesen Sorten gute, sogar sehr gute Weine erzeugen kann steht außer Frage. Das ist schon von einigen Winzern bewiesen worden.


Wir haben uns bei unseren Weinbergen für die Sorten Muscaris, Cabernet Blanc, Johanniter und Sauvignac entschieden, allesamt weiße Rebsorten, aus denen tolle, aromatische Weine geschaffen werden können.

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